Lösen agile Methoden digitale Herausforderungen?

VON
Philipp Wittgenstein
DATUM
May 7, 2020

Agiles Arbeiten liegt im Trend – Immer mehr Unternehmen führen agile Methoden wie „Scrum", „Kanban“ oder „Design Thinking" ein und erhoffen sich dadurch mehr Innovation, Flexibilität und Geschwindigkeit bei der Entwicklung von (digitalen) Projekten oder Geschäftsfeldern. Allerdings wird der Fokus oft vielmehr auf bestimmte Methoden und Prozesse gelegt, als auf die eigentlichen Probleme.

Der Ursprung des agilen Arbeitens

Agile Methoden und Prinzipien sind nicht neu: Ursprünglich aus der Softwareentwicklung kommend, waren sie nur meist ein Thema der IT-Abteilungen. Heute erleben Begriffe wie „New Work”, „Scrum” oder „Kanban”  einen regelrechten Hype und sind längst als Schlagwörter in allen Abteilungen bekannt. Agile Methoden werden für alles Mögliche eingesetzt, zum Beispiel im Hinblick auf die Veränderung der Unternehmenskultur oder in Bezug auf einzelne Prozesse, die schneller oder kundenorientierter umgesetzt werden sollen. Unternehmen erhoffen sich dadurch den immer dynamischer agierenden Märkten Herr zu werden. Nicht zuletzt aufgrund der digitalen Transformation, mit der sich immer mehr Unternehmen konfrontiert sehen. Dass es jedoch nicht mit dem simplen Einführen von Post-Its, Whiteboards und der Projektdurchführung nach Scrum oder anderen agilen “Frameworks” getan ist, mussten und müssen leider immer mehr Unternehmen spüren.

Den agilen Wandel meistern

Wer in seinem Unternehmen wirklich eine langfristige, agile Arbeitsweise einführen möchte, muss also radikal umdenken und die Unternehmenskultur und Organisation ändern. Agiler Wandel bedeutet nämlich vor allem eins: Ein hohes Maß an Reflexion der eigenen Arbeitsweise und das Bewusstsein für eigene Verhaltensmuster und Denkweisen. Am Ende geht es also nicht darum, eine Methode korrekt umzusetzen sondern den eigenen Mitarbeitern Freiheiten und Strukturen zu überlassen, die es ihnen erlauben, sich selbst (neu) zu organisieren. Und genau hier liegt das Problem, denn die Einführung einer Methode ist so viel einfacher als der Umgang mit neu gewonnen Freiheiten und veränderten Denkmustern. Prozesse geben dem Mitarbeiter immer etwas, woran er sich festhalten kann. Denn der Prozess wird entweder eingehalten, oder eben nicht. Diese Sicherheit ist natürlich erst einmal gut, führt aber dazu, dass man sich wunderbar dahinter verstecken kann. Dabei werden Backlogs oder Kanban-Boards gefüllt, Refinement oder Review Meetings abgehalten, aber das eigentliche Problem nicht gelöst.

Also ist alles nur Unfug?

Nein, verstehen Sie mich nicht falsch: Das Einführen von agilen Methoden wie Scrum und Kanban halte ich für durchaus sinnvoll. Ich verwende und empfehle sie selber, da sie uns dabei helfen, schneller zu arbeiten, unsere Aufgaben zu priorisieren und in kleinen Schritten zu denken. Doch sind diese agilen Tools vielmehr ein Kratzen an der Oberfläche. Die Herausforderung liegt nicht in der Einführung ebendieser Methoden sondern in dem Wandel des Mindsets der Vorgesetzten und der eigenen Mitarbeiter. Und das braucht Zeit und vor allem eine Haltung zu den sich stellenden Herausforderungen. Diese Haltung müssen wir vorrangig durch analysieren, überlegen und - ja - denken entwickeln. Erst nachrangig hilft uns eine Methode dabei, unsere Gedanken richtig zu strukturieren.

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